Mehr Unterstützung fürs Ehrenamt angemahnt

Bundestag


V.l.: Kathrin Göring-Eckardt, Bodo Ramelow, Reyk Seela, Volker Blumentritt und Peter Röhlinger, Foto: OTZ/ Schimmel

Podiumsdiskussion in Lobeda

OTZ Jena/ Schimmel. In Thüringen sind rund 700 000 Frauen und Männer als Trainer in Sportvereinen, Werkstattleiter in Jugendklubs, als „Leseoma" in Grundschulen und im Auftrag von Hospizvereinen auf Achse. Die Liste der Ehrenamts-Tätigkeiten lässt sich beliebig fortsetzen - doch stehe Thüringen dabei nur an 14. Stelle der Bundesländer, wie Stefan Werner vom Dachverband der Wohlfahrtsverbände gestern im Stadtteilbüro Lobeda erklärte. „Der Paritätische" hatte Landtags- und Bundestagskandidaten zur Podiumsdiskussion über das Ehrenamt eingeladen.

Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des Paritätischen, forderte „ein Entwicklungshilfeprogramm" für den Ehrenamtsbereich in Thüringen. Die von der CDU-Landesregierung ins Leben gerufenen Ehrenamtsstiftung sei vom Grund her zu begrüßen, sie müsse jedoch bürgerschaftlich organisiert werden anstatt von Regierungsparteipolitik abhängig zu sein, erklärte er.
Die bisherige Praxis der Lottomittelvergabe an Vereine und soziale Einrichtungen durch Regierungsmitglieder wurde durch Kathrin Göring-Eckardt (Grüne) ebenso kritisiert wie durch Dr. Peter Röhlinger (FDP). „Gerade in Wahlkampfzeiten kommt das nicht gut bei den Menschen an“, mahnte der Ex-OB von Jena. Für die Grünen-Politikerin ist die bisherige Praxis der Lottomittelvergabe „grundsätzlich undemokratisch", weil vom Einsatz eines Abgeordneten für einen Verein in seinem Wahlkreis abhängig.
Bodo Ramelow (Die Linke) plädierte dafür, Lottomittel direkt der Stiftung zufließen zu lassen. Andererseits sollten mit Geld von EU und Land geförderte Arbeitsstellen im sozialen Bereich geschaffen werden. Mit zehn Millionen Euro ließen sich für drei Jahre 1500 Stellen erhalten, rechnete er vor.
Reyk Seela (CDU) verteidigte die Ausstattung der Ehrenamtsstiftung mit zwei Millionen Euro. Allerdings „ist das nur ein halbvolles Glas, wir müssen es noch richtig füllen", gestand er. Positive Wirkung zeigten solche kommunalen Initiativen wie die Jenaer Bürgerstiftung Zwischenraum. Solche Freiwilligen-Agenturen könnten jedoch nicht im Ehrenamt geführt werden, mahnte Engemann mehr finanzielle Mittel für die Organisation an.
Ohne die Freiwilligen würde vieles in unserem Gemeinwesen zusammenbrechen, befürchtet Volker Blumentritt (SPD). Werde das Ehrenamt besser unterstützt, verbessere sich auch die Einstellung zur Politik, ist er überzeugt.

 

Homepage Volker Blumentritt

 

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